Immer häufiger locken Kriminelle mit scheinbar attraktiven Investment-Angeboten. Hinter hohen Renditeversprechen steckt jedoch oft Betrug. Besonders betroffen sind Anlagen wie Aktien, Wertpapiere oder Krypto-Währungen.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie Anlagebetrug frühzeitig erkennen, sich wirksam schützen und im Ernstfall richtig handeln.
Das Wichtigste in Kürze:

Anlagebetrug erkennen: Seien Sie wachsam bei unrealistischen Renditen, Zeitdruck oder fehlender Transparenz – das sind typische Warnzeichen.

Sich schützen: Prüfen Sie die Anbieter und ihre Zulassung bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sorgfältig und holen Sie bei Unsicherheiten unabhängigen Rat ein.

Im Ernstfall handeln: Kontakt abbrechen, Bank informieren, Beweise sichern und Anzeige bei Polizei und BaFin erstatten.
Was ist Anlagebetrug?
Anlagebetrug – auch Kapitalanlagebetrug genannt – bedeutet, dass kriminelle Personen oder Unternehmen Anleger*innen täuschen, um an ihr Geld zu gelangen. Sie locken dabei oft mit scheinbar attraktiven Investment-Angeboten, die in vielen Fällen Anlagen wie Aktien, Wertpapiere oder Krypto-Währungen betreffen.
Typische Betrugsarten
Boiler-Room-Scams:
Telefonische Anlageberatung mit angeblichen „Top-Aktien“ oder Anleihen. Professionelle Unterlagen, aber kein regulierter Handel.
Romance-Invest:
Aufbau einer Online-Beziehung, danach gemeinsames „Investieren“ auf gefälschten Plattformen. Zuerst kleinere Auszahlungen, später verlangen die Betrüger hohe zusätzliche Einzahlungen.
Krypto-Betrug:
Scheinbörsen mit gefälschten Dashboards und angeblich garantierten Gewinnen. Oft mit nachträglichen Kosten verbunden.
Schneeballsysteme:
Auszahlungen stammen aus neuem Kapital – bricht sofort zusammen, sobald weniger Menschen einzahlen.
Prospekt- oder Wertpapierbetrug:
Unvollständige oder manipulierte Angaben in Verkaufsprospekten, fehlende Risikohinweise.
Wie erkennen Sie Anlagebetrug?
Kriminelle arbeiten zunehmend professionell: Sie bauen Vertrauen auf, sprechen gezielt Emotionen an und umgehen Sicherheitsmechanismen, indem sie täuschend echt wirkende Websites, Video‑Calls, vermeintlich sichere Kommunikationskanäle oder sogar KI‑Stimmen nutzen. Dafür geben sie sich etwa als Mitarbeitende einer Bank oder Investmentfirma aus, treten fachkundig auf und täuschen über gefälschte Dashboards frühe „Gewinne“ vor, um weitere Einzahlungen zu motivieren.
Warnzeichen, auf die Sie achten sollten:
- Unrealistische Renditen oder exklusive „VIP-Angebote“.
- Zeitdruck („nur heute“, „letzte Chance“).
- Fehlende Transparenz zu Gebühren, Verantwortlichen oder Unternehmenssitz.
- Unaufgeforderte Kontaktaufnahme über Social Media oder Messengerdienste.
- Aufforderungen zu Liquiditätsnachweisen oder Ausweiskopien per Messengerdiensten.
- Unklare oder fehlende BaFin-Zulassung, Hinweise auf der BaFin-Warnliste.
- Auffällige oder riskante Zahlungsmethoden wie Überweisung auf (ausländische) Privat- oder Zwischenkonten, nicht verifizierte Krypto-Wallets, Vorab-Gebühren.
Wie können Sie sich vor Anlagebetrug schützen?
Vorsicht, Zeit und gründliche Informationen bleiben der beste Schutz. Diese Maßnahmen helfen zusätzlich:
Das sollten Sie tun:
- Anbieter in BaFin-Registern prüfen und Warnlisten checken.
- Verträge und Prospekte vollständig lesen, Zahlen auf Plausibilität prüfen.
- Fachkundige Zweitmeinung einholen (z. B. bei Berater*innen der Deutschen Bank).
- Schriftlich kommunizieren und Belege sichern.
- Klein starten und Ausstiegsbedingungen testen.
Das sollten Sie vermeiden:
- Entscheidungen unter Zeitdruck.
- Versand von Ausweisdokumenten (Screenshots) per Messengerdiensten.
- Fernzugriff auf Geräte oder Online-Banking gewähren.
- Zahlung von Vorab-Gebühren („Steuern“, „Freischaltung“).
- Sich von anfänglichen Mini-Gewinnen blenden lassen.
Kurze Checkliste zur Selbstprüfung
- Verstehe ich das Anlageprodukt vollständig?
- Kenne ich den Anbieter und kann ich ihn eindeutig identifizieren?
- Sind die Renditeversprechen realistisch und nachvollziehbar?
- Habe ich eine fachkundige Zweitmeinung eingeholt?
Wenn Sie eine Frage mit „Nein“ beantworten, prüfen Sie das Angebot erneut.
Von Anlagenbetrug betroffen – was tun?
Wenn Sie befürchten, betrogen worden zu sein, zählt jede Minute.
- Bank informieren: Zahlung stoppen, Rückbuchung prüfen. Ihre Berater*innen der Deutschen Bank unterstützen Sie dabei.
- Beweise sichern: E-Mails, Chats, Screenshots, Kontoauszüge und Überweisungsbelege aufbewahren.
- Anzeige erstatten: Polizei oder Staatsanwaltschaft; zusätzlich bei der BaFin melden (BaFin - Verstoß melden)
- Rechtliche Hilfe hinzuziehen: Anwält*in für Bank- und Kapitalmarktrecht einschalten, um Ansprüche zu prüfen.
- Unterstützung und Beratung einholen: Deutsche Bank, BaFin, Polizei und Verbraucherzentrale stehen Ihnen als Anlaufstellen zur Seite.
An wen können Sie sich bei Anlagebetrug wenden?
- Berater*innen der Deutschen Bank – für Einschätzung des Falls sowie nächste Schritte
- BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) – Meldestelle für unerlaubte Finanzgeschäfte: www.bafin.de
- Verbraucherzentrale – Informationen und Beratung: www.verbraucherzentrale.de
- Polizei / Online-Wache / Staatsanwaltschaft – für schnelle Strafanzeigen
Häufige Fragen zu Anlagebetrug
Zeige Inhalt von Wie ist Anlagebetrug rechtlich einzuordnen?
Strafbar ist unter anderem, wenn über wesentliche Umstände einer Kapitalanlage getäuscht wird, etwa durch falsche Angaben in einem Prospekt, um Anleger*innen in die Irre zu führen. Bei Verdacht sollten Sie Strafanzeige erstatten und vorhandene Beweise sichern. (§ 264a StGB – Kapitalanlagebetrug)
Zeige Inhalt von Was passiert mit meinen Daten, wenn ich betrogen worden bin?
In vielen Fällen werden persönliche Daten wie Ausweiskopien, Kontoinformationen oder Passwörter weiterverkauft oder für weitere Betrugsversuche verwendet. Ändern Sie deshalb umgehend alle Zugangsdaten, informieren Sie Ihre Bank und prüfen Sie, ob eine Meldung an die Datenschutzbehörde sinnvoll ist.
Zeige Inhalt von Wie kann ich betrügerische Plattformen oder Profile melden?
Verdächtige Websites oder Social-Media-Profile können Sie der BaFin, der Polizei oder den jeweiligen Plattformbetreibern melden. Die BaFin bietet auf ihrer Website ein spezielles Formular für Hinweise auf unerlaubte Finanzgeschäfte. Bei großen Plattformen wie Facebook, Instagram oder LinkedIn gibt es eigene Meldefunktionen.
Zeige Inhalt von Wie kann ich meine Freund*innen oder Familie vor Anlagebetrug warnen?
Sprechen Sie offen über Ihre Erfahrungen oder Beobachtungen. Viele Menschen unterschätzen die Gefahr. Weisen Sie auf seriöse Informationsquellen wie die BaFin, Verbraucherzentrale oder die Deutsche Bank hin und sensibilisieren Sie andere dafür, niemals auf Zeitdruck, garantierte Gewinne oder unaufgeforderte Angebote zu reagieren.